Osteuropa & der nächste Weltkrieg |

 

Von Martin Armstrong für www.ArmstrongEconomics.com, übersetzt von Inselpresse

Europas Osten könnte zum Schauplatz eines neuen globalen Krieges werden, da die Spannungen wegen der Flüchtlinge und wegen des wirtschaftlichen Niederganges alte Wunden aufreissen könnte. Die EU ist in der Flüchtlingsfrage zutiefst gespalten und betreibt damit ihr eigenes Ende, anstatt dass sie sich zu einem stabilisierenden Faktor entwickelt. Nach fünftägigen Demonstrationen hat die einen Monat alte rumänische Regierung nachgegeben und ein Dekret zurückgenommen, mit dem die Korruption teilweise entkriminalisiert wurde. Allerdings werden sie sich weiter wie typische Politiker verhalten und fleissig die eigenen Taschen füllen. Nach einem Monat ist das Volk aufgestanden und gab bekannt: „Wir können dieser neuen Regierung nicht trauen.“

An der Ostgrenze der EU, nur wenige hundert Kilometer von Berlin und Wien entfernt, gibt es die wachsende Gefahr, dass die Welt in einen globalen Krieg verwickelt werden könnte und das in erster Linie aufgrund der Inkompetenz des politischen Personals in der EU, als auch jenes im Osten. Die EU macht sich mehr Sorgen über die Bestrafung Grossbritanniens und Politiker klammern sich lieber an ihre überbezahlten Ämter, als dass sie die wahren Bedrohungen Europas angehen.

Diese scheinbar regionalen Streitereien im Osten werden geflissentlich ignoriert. Das Problem mit der NATO ist, dass die meisten Mitglieder nicht das für die NATO zahlen, auf was sie sich zu zahlen bereit erklärt haben. Die NATO Führung einigte sich 2016 erstmals darauf, militärische Einheiten ins Baltikum und Nach Ostpolen zu verlegen, sowie die Luft- und Seeüberwachung zu verstärken, um die neuen Verbündeten und ehemaligen Sowjetrepubliken zu stärken und um ihnen klarzumachen, dass man sie verteidigen würde, nachdem Russland bereits die ukrainische Krim übernommen hat. Das hat die Spannungen mit Russland verstärkt, wobei die osteuropäischen Natonen miteinander nicht wirklich geeint sind. Das wiederum führt zur ernstesten Frage: Wo genau endet die Macht der NATO und wo endet die Macht Russlands? Wo genau befindet sich die Grenze der Einflussphäre?

Diese Frage kann nicht wirklich beantwortet werden. Nach dem Ende der Sowjet Union entstand eine Verständigung darüber, dass Weißrussland, die Ukraine und Georgien die Pufferstaaten für Russland sind. Der Einfluss der NATO würde an den Grenzen zu Polen, der ehemaligen Tschecheslowakei, Ungarn, Rumänien und Bulgarien enden. Russland grenzt direkt an Estland und Lettland an, während Litauen eine gemeinsame Grenze mit Weißrussland hat. Daher wurde in den 1990er Jahren zwischen dem Westen und Russland ein regelmässiges Treffen vereinbart, sowie einige Verträge zwischen der EU und Moskau und einige mit den USA unterzeichnet. Russland trat daraufhin der G7 bei, was diese zur G8 werden liess.

Nach der Annexion der Krim Halbinsel im Jahr 2014 durch Russland scheint ein Auslöser der Krise zu sein, in der Russland der Aggressor ist. Die Krim aber war immer russisches Territorium und es wurde im Jahr 1954 der Ukraine zur Verwaltung übergeben. Was, wenn Spanien plötzlich Puerto Rico zurück haben will? Es ist kein Teil der Vereinigten Staaten. Die vorherrschende Sprache auf der Krim ist Russisch – nicht Ukrainisch. Die Ukraine sollte entlang ihrer Sprachgrenze geteilt werden und anstatt, dass Militärapparate finanziert werden sollte den Menschen angeboten werden, auf der jeweilig bevorzugten Seite Grundstücke zu kaufen, um entweder in den Westen oder in den Osten zu ziehen. Stattdessen aber haben wir einen Kalten Krieg in einem Gebiet und das Volk hat nichts zu sagen.

Politiker teilen die Welt schon seit langem untereinander auf. Das Volk bedeutet nichts. Sie haben das Osmanische Reich aufgeteilt und den Mittleren Osten damit in eine Chaoslandschaft verwandelt. Genau dagegen war Trump – Nation Building. Wie viele Leben hat es nur gekostet, dass Politiker sich mehr über ein Gebiet den Kopf zerbrechen, als über die Menschen, die darin leben?

Seit 2004 dehnt die NATO ihre Einflussphäre jenseits der Grenzen des Friedens aus und geht Russland direkt an die Gurgel. Diese Aktivitäten fanden erstmals in Georgien statt. Der damalige Präsident zwischen 2004 und 2013 war Michael Saakaschwili. Er betrieb eine pro-westliche Politik und wurde vom Westen als Freund und Partner empfangen. Zunächst sollte es um Demokratie gehen, etwas das die EU selbst in ihrer neuen Struktur ablehnte und um wirtschaftliche Zusammenarbeit mit der EU und Amerika. Es dauerte nicht lange, bis in Georgien der Eindruck entstand, dass die NATO im Fall eines russischen Angriffes zur Hilfe kommen würde. Dann, im Sommer 2008, eskalierte die Situation. Russland marschierte in Georgien ein und besetzte Abchasien und Ossetien. Es waren russisch dominierte Gebiete. Die meisten Menschen wissen nicht, dass etwa Joseph Stalin aus Georgien stammt…

Weiterlesen: http://1nselpresse.blogspot.de/2017/02/osteuropa-der-nachste-weltkrieg.html

Symbolfoto: Pixabay/ CC0 Public Domain

 

Quelle: Osteuropa & der nächste Weltkrieg | Jouwatch

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